Videostream am 25. Juni 2020, 19 Uhr

Seit 50 Jahren kämpft im kolumbianischen Departamento Cauca eine Bewegung kleinbäuerlicher,
indigener Gemeinden gegen ihre rassistische und ökonomische Ausgrenzung. Trotz massiver
Repression und inmitten eines bewaffneten Konflikts hat sie damit umfassende Selbstverwaltungs-
und Landrechte sowie kulturelle Anerkennung erreicht. In 94 indigenen Selbstverwaltungsgebieten
organisieren aktuell rund 264.000 Menschen ihre Verwaltung, sowie Teile ihrer Bildung,
Gesundheitsversorgung und Wirtschaft nach eigenen Vorstellungen. Mit der Guardia Indígena
schützen unbewaffnete Selbstverteidigungseinheiten die autonomen Gemeinden. Das Land ist
unveräußerlicher Kollektivbesitz.

Nun droht vielen Gemeinden jedoch eine neue Gefahr: Wegen ausbeuterischer Marktstrukturen
lohnt sich für viele Kleinbäuer*innen im Cauca wirtschaftlich nur noch der Anbau von Koka oder
Marihuana. Was individuell eine Lösungsstrategie darstellt, ist gesellschaftlich fatal. Der bewaffnete
Konflikt hat sich mittlerweile in einen undurchsichtigen Drogenkrieg verwandelt. Verschiedenen
bewaffneten Gruppen kämpfen untereinander um Anteile an der Drogenwirtschaft, um Gebietskontrolle
und gegen die Selbstverwaltung. Dutzende indigene Amtsträger*innen wurden ermordet. Vom Staat im
Stich gelassen, arbeiten die Gemeinden an selbstbestimmten Alternativen gegen die tödliche Bedrohung.

Martin Mäusezahl ist Teil des Kaffeekollektiv Aroma Zapatista, das solidarisch gehandelten Kaffee der
Bewegung importiert. Er besuchte im Februar verschiedene Selbstverwaltungsgebiete.

In einem bebilderten Videostream stellt er die Bewegung vor, erklärt die aktuelle Konfliktlage und
beschreibt, wie die Bewegung darauf reagiert. Im Anschluss an den Stream werden Fragen
beantwortet und diskutiert. Eure Fragen und Beiträge könnt ihr uns per Telegram, Signal, SMS oder
Anruf während und nach dem Stream auf +31 68 54 7 82 82 zukommen lassen.

Den Link zum Videostream findet ihr unter:

twitch.tv/infostream

 Eine Veranstaltung des Infoladen Hamburg-Wilhelmsburg und des
Kaffeekollektiv Aroma Zapatista