Zum zweiten Teil unserer kleinen Veranstaltungsreihe laden wir wuch ganz
herzlich ein – Ostermontag um 19 Uhr. Kommt vorbei!

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Der Islamische Staat – krisentheoretische und ideologiekritische Einordnung

2011 gingen in Syrien Hunderttausende gegen die Diktatur der
Baath-Partei auf die Straße. Die Antworts des Staats war brutalster Natur: Folter,
Vertreibungen und Mißhandlungen. Die Proteste gegen die Regierung entwickelten sich zu einem Bürgerkrieg, in dem bis 2014 fast 200.000 Menschen ums Leben kamen. Die Jihadisten des Islamischen Staats (IS) waren für die Baath-Partei willkommene Akteure in dieser Tragödie, richtete sich ihr Terror doch gegen dieselben Feinde, die auch das Regime bekämpfte: Jene Syrerinnen und Syrer, die sich für eine bessere Zukunft in einem pluralistischen und demokratischen Land einsetzten. Enstanden ist der IS aber schon früher. Seinen Ursprung hatte er im Widerstand gegen die USA im Irak. Bis Mitte 2013 orientierte sich der IS stark an al-Qaida, danach löste er sich von ihr ab und rief Ende Juni 2014 einen als Kalifat bezeichneten Staat aus.

Doch nicht nur aus eigenem Antrieb heraus konnten die Gotteskrieger ihre heutige territoriale Ausdehnung erreichen und den damit verbundenen Terror für alle, die nicht in ihr Weltbild passen, ausüben. Die Widersprüche in den Interessen der Türkei, des Assad-Regimes in Syrien, des khomeinistischen Irans und den klerikalen Diktaturen am arabischen Golf, sowie des Lavierens der US-Amerikaner und Europäer haben entschieden dazu beigetragen, dass der IS heute so eine Bedeutung hat. Der IS ist weder ein eindeutiges Produkt von Interessen, noch ist seine Entwicklung eindemensional zu verorten.

Vielmehr gilt es diesen Prozess mit den Kategorien Krise und Ideologie nachzugehen
und zu begreifen. Der Vortrag versucht sich dem islamistischen Rollback, beginnend mit der schiitischen Variante des Islamischen Staates, dem Iran Khomeinis, anzunehmen. Er stellt die widersprüchlichen Interessen der Beteiligten vor, ohne jene zu übergehen, die sich gegen die islamistische Aggression selbstorganisiert verteidigen.

Referent: Danyal
Cosmoproletarian[cosmoproletarian-solidarity.blogspot.de, Konkret u.a.]